Kindercarving

Kinder brauchen jede nur erdenkliche Unterstützung beim Skifahren. Das gilt nicht nur für die pädagogische Hilfestellung, sondern auch für das Material. Kids-Carver wollen mit einer stärkeren Taillierung den jüngsten Skipiloten das Skileben leichter machen. Die Stiftung Sicherheit im Skisport hat daher die ARGE Skifor¬schung beauftragt, einige stark taillierte Kinderski unter die Lupe zu nehmen.

 

Die Testphilosophie

 

Als Testfahrer wählte Testleiter Hermann Engel drei Kinder zwischen vier und sechs Jahren mit unterschiedlichem Fahrkönnen aus. Zwei hatten noch keine Erfahrungen mit stärker taillierten Ski, das dritte hatte schon vor zwei Jahren mit Kids-Carvern das Skifahren erlernt. Die Benotung einzelner Testkriterien stand bei dieser Untersuchung nicht im Mittelpunkt. Weder die Aussagen der Kids noch Fahrbeobachtungen reichen nämlich aus, um exakte Urteile fällen zu können. Vielmehr ging es den Testern darum, die Kinder zu beobachten, wie sie mit typischen Pistensituationen fertig werden. Dazu wurde mit Pilzen ein Parcours aufgebaut, in dem die Kids kurze und lange Schwünge, große und kleine Richtungs¬änderungen sowie Ausweich- und Bremsmanöver machen mußten. Jede Fahrt wurde auf Video festgehalten. Zum Vergleich fuhren die Kinder nicht nur mit den fünf Testmustern, die durchwegs einen Meter lang waren und zwischen 160 und 200 Mark kosten, sondern auch mit einem klassischen Modell durch den Parcours.

 

Die Ergebnisse

 

Kids-Carver sind für Kinder aller Könnensstufen eine große Erleichterung. Selbst den Kindern, die bislang nur schwach taillierte Ski fuhren, gelangen sofort bessere Kurven, was sogar mit freiem Auge erkennbar war. Die Fahrten aller Kinder waren mit dem klassischen Modell in ihrer Ausführung technisch schlechter und unkontrollierter. Kinder besitzen nämlich eine nur schwach ausgebildete Muskulatur und sind deshalb nicht in der Lage, ihre Ski mit der Muskelkraft der Beine zu drehen. Sie fahren - sofern es der Skischuh zuläßt - in möglichst gestreckter Fahrhaltung und mußten bislang ausladende Oberkörperaktionen und die (ungesunde) Hüftrotation einsetzen, um die Ski in Drehung zu versetzen. Mit stärker taillierten Ski ist dies nicht mehr notwendig. Sobald die Ski aufgekantet sind, was Kindern in der Pflugstellung leicht gelingt, fahren die Carver wie von selbst durch die Kurve. Außerdem rutschen die Kinder weniger und fahren kontrollierte Schwünge, ohne mit den Beinen zu »wackeln«. Trotz der stärkeren Kantenführung hatten die Kids keine Probleme bei kurzen Schwüngen, schnellen Kantenwechseln und in steilem oder buckligem Gelände. Auch Bremsmanöver im Parcours gelangen spielerisch, ohne Schwierigkeiten konnten sie ihre Ski auspflügen und meisterten Schussstrecken. Mit Kids-Carvern lernt der Nachwuchs schnell und sicher.